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Privatzug von Stuttgart nach Berlin geplant.

Per Crowdfunding vom Schwabenland in die Hauptstadt.

Bitte nicht noch mehr Schwaben nach Berlin bringen, werden jetzt wohl einige Hauptstädter denken. Doch zum einen soll der Zug nur 700 Passagiere täglich befördern und zum anderen ist die Finanzierung des privaten Zugprojektes noch gar nicht endgültig gesichert. Denn durch Crowdfunding soll der Zug auf die Schiene kommen.

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Finanzierung des Privatzuges

„Locomore“ heißt die Crowdfunding-Kampagne, mit der ausreichend Geld für den Schwaben-Zug eingesammelt werden soll. Crowdfunding bedeutet nichts anderes, als daß private Menschen (möglichst viele davon) ihr Geld für ein Projekt geben, das sie für sinnvoll erachten. So entstehen zahlreiche Start-ups und gehen Kulturvorhaben über die Bühne. Daß damit auch ein Verkehrsunternehmen gegründet werden soll, ist allerdings neu.

Start ungewiß

Locomore will Ende Januar 2016 starten. Bis dahin müssen mindestens 460.000 Euro zusammen gekommen sein, um den Zugbetrieb dann im September 2016 aufnehmen zu können. Im Moment ist rund die Hälfte davon geschafft, wie man auf der Homepage von Locomore nachlesen kann.

Noch fehlt also eine immense Summe. Kommt das Geld tatsächlich zusammen, dann könnte damit der Zugbetrieb für 3 Monate gesichert werden. Das Besorgen der Fahrzeuge und der laufende Betrieb kosten jeden Monat eine Menge Geld. Läuft der Betrieb aber erst einmal zufriedenstellend, dann sollen die Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf und dem Verkauf von Speisen und Getränken an Bord, die zum einen großen Teil aus fairem Handel stammen und das BIO-Siegel tragen sollen, den Weiterbetrieb sichern.

Pläne

Geplant hat Locomore eine Lok und bis zu acht Waggons mit Abteilen zu mieten. Die Wagen sollen wohl aus dem Bestand der ehemaligen InterCity-Züge der Deutschen Bahn kommen.
Die Fahrpläne für die geplanten Strecken hat man bereits durch Rahmenverträge mit der DB Netz AG reserviert.

Silhouette einer Dampflok

Silhouette einer Dampflok

Am 04. September 2016 soll dann der erste Zug von Stuttgart nach Berlin rollen. Zwischenhalte sind in Heidelberg, Frankfurt am Main, Fulda, Kassel, Göttingen, Hannover und Wolfsburg geplant. In Berlin soll der Zug am Bahnhof Zoo, an der Friedrichstraße, im Ostbahnhof und am Zielbahnhof Lichtenberg halten.

Abfahrtszeit in Stuttgart ist 6:40 Uhr, um 13:27 Uhr will man Lichtenberg erreicht haben. Zurück geht es ab 14:29 Uhr und in Stuttgart ist man dann wieder um 21:19 Uhr. Das ist insgesamt nur eine Stunde langsamer als der ICE der Deutschen Bahn.

Und die Ticketpreise können sich sehen lassen. Zwischen 22 und 66 Euro soll die gesamte Strecke kosten. Teilstrecken gibt es ab 13 Euro. Damit würde man als Passagier mit Locomore um einiges billiger fahren können als mit der Deutschen Bahn. Die Preise haben fast schon Fernbus-Niveau.

Ab 2017 sollen weitere Strecken dazukommen, bspw. Berlin-Köln/Bonn, Berlin-Rügen und München-Frankfurt.

Finanzielles Wagnis

Ob man es wirklich schafft, bis Ende Januar das Geld zusammenzubringen, darauf darf man gespannt sein. Noch schwieriger wird es dann allerdings werden, erfolgreich in der Schiene zu bleiben. Die starke Konkurrenz der Fernbusse hat schon ähnlich ambitionierte Privatbahnen zur Aufgabe gezwungen, so z.B. InterConnex.
Auch das verwendete Wagenmaterial, viele IC-Nutzer sind froh, wenn die alten Abteilwagen von der Bahn endlich ausgetauscht werden, und die niedrigen Preise werden es Locomore nicht einfach machen.

Bei einer Pleite ist das Geld der privaten Crowdfunding-Teilnehmer verloren. Trotzdem ist das Projekt Locomore äußerst spannend, denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Und gerade im Fernverkehr hat die Deutsche Bahn bisher noch keine Konkurrenten zu fürchten.


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