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Deutsche Banken dürfen mit Kryptowährungen handeln

Bankerin | Foto: FotografieLink, pixabay.com, Pixabay License

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Das seit Anfang 2020 in Kraft getretene Gesetz zur vierten EU-Geldwäscherichtlinie hat die Kryptowährungen in ein komplett anderes Licht rücken lassen. Denn nun kann man auch über Banken mit Bitcoin und Co. arbeiten. Will man also sein Geld in den Kryptomarkt investieren, so ist es heute möglich, mit seiner Hausbank Kontakt aufzunehmen.

Die Bankenbranche ist natürlich erfreut. Vor allem auch deshalb, weil das Gesetz letztlich nicht so streng wie geplant ausgefallen ist. Denn zuvor war noch geplant, dass es ein Trennungsgebot gibt – das heißt, die Banken dürften zwar mit Kryptowährungen arbeiten, diese aber nicht selbständig verwahren. Auch das ist jetzt möglich.

Doch es gibt auch ein paar Kritiker: Denn das Risiko, das man eingeht, wenn man mit digitalen Währungen arbeitet, bleibt natürlich bestehen – auch dann, wenn sich im Hintergrund eine Bank befindet.

Kurse gleichen einer wilden Achterbahnfahrt

Digitale Währungen sind, wie der Name mitunter vermuten lässt, ein Zahlungsmittel. Doch nicht immer werden der Bitcoin und Co. als Bezahlmethode wahrgenommen – in vielen Fällen sind Kryptowährungen nur ein (vielversprechendes) Spekulationsobjekt. Das mag auch nicht überraschend sein. Blickt man etwa auf die Kurshistorie des Bitcoin, vor allem in den Jahren 2016 und 2017, so ist es durchaus nachvollziehbar, warum immer wieder in den Bitcoin investiert wird. Denn gibt es vielversprechende Prognosen, so möchte man keinesfalls ein zweites Jahr 2017 verpassen.

Lag der Bitcoin noch Mitte 2016 im Bereich der 500 US Dollar, so übersprang die Kryptowährung Anfang 2017 die 1.000 US Dollar-Grenze und lag zwölf Monate später bei fast 20.000 US Dollar. Eine ähnliche Preisentwicklung wird wieder ab Mai 2020 erwartet. Denn das Bitcoin Halving hat bislang immer für einen Höhenflug mit neuem Rekord gesorgt.

Doch Prognosen sind mit äußerster Vorsicht zu genießen. Daher sollte man immer nur frei zur Verfügung stehendes Kapital investieren. Es kann nämlich immer – und das oft ohne ersichtlichen Grund – in die andere Richtung gehen. Schlussendlich folgte 2018 der Absturz: Ende des Jahres lag man bei gerade noch 3.000 US Dollar; 2019 konnte ein ähnliches Bild beobachtet werden, als der Bitcoin wieder auf fast 14.000 US Dollar stieg und dann auf 6.500 US Dollar abstürzte.

Anlegern muss das Risiko bewusst gemacht werden

Risiko | BIld: mohamed_hassan, pixabay.com, Pixabay License

Risiko | BIld: mohamed_hassan, pixabay.com, Pixabay License

Werden die Banken auch über derartige Risiken aufklären? Einige Kritiker sind der Meinung, dass die Banken zwar durchaus darüber berichten werden, dass es riskant ist, in den Kryptomarkt zu investieren – jedoch werden die möglichen Gewinnchancen mehr besprochen werden. Das könnte dazu führen, dass sich viele Kunden blenden lassen.

Die Bankenbranche ist hingegen überzeugt, mit dem neuen Gesetz nun eine neue wie auch immer größer werdende Zielgruppe ansprechen zu können. Besonders begrüßt wird auch, dass es nun doch kein Trennungsgebot gibt. Zu Beginn war noch geplant, dass die Banken zwar Kryptowährungen kaufen wie verkaufen dürften, jedoch nicht aufbewahren. Für die Aufbewahrung hätte somit eine Tochtergesellschaft ins Leben gerufen werden müssen – oder man hätte sich für einen externen Anbieter entschieden.

„Wir befinden uns jetzt im deutschen Krypto-Himmel. Der deutsche Gesetzgeber ist hier in eine Vorreiterrolle geschlüpft, an der sich viele andere Länder orientieren sollen“, ist Sven Hildebrandt, Leiter von Distributed Ledger Consulting, einer deutschen Beratungsfirma. Besonders erfreut zeigte sich der Bundesverband deutscher Banken. Vor allem auch, weil das Trennungsgebot nun doch nicht gekommen ist. Der Bundesverband verwies darauf, dass die Geldhäuser ausreichend Erfahrung damit hätten, wenn es um die Lagerung von Kundenvermögen sowie das Risikomanagement geht.

Kryptowährungen können vor allem risikoaffinen Anlegern empfohlen werden

Man kann also heute über Bitcoin Superstar oder auch über Banken mit Kryptowährungen arbeiten. Doch wie erfolgversprechend sind Investitionen in den Kryptomarkt? Aufgrund der Tatsache, dass die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank – der EZB – wohl auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden wird, sind Alternativen gefragt, da Sparbuch und Tagesgeld nicht mehr empfohlen werden können.

Der Kryptomarkt kann vor allem chancenorientierten wie risikoaffinen Anlegern empfohlen werden. Wichtig ist, dass man nur frei verfügbares Kapital investiert und starke Nerven hat, da es immer wieder zu Kursbeben kommen kann.

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