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Leinwandkulisse und Lichtspektakel in Berlin

Zum nunmehr neunten Mal erstrahlte Berlin im Oktober in neuem Glanz. Am 20. des Monats ging das „Festival of Lights“ zu Ende, das knapp zwei Wochen die Wahrzeichen der Stadt kunstvoll in Szene gesetzt hatte. Fassaden wurden einmal mehr zu „Leinwänden“. Imaginäre Lichtpinsel kreierten schwungvolle und farbenfrohe Kunstwerke auf dem Grau der Mauern. Geschichten erzählen und Geschichte erleuchten, den Blick schärfen und den Blickwinkel verändern, Bilder projizieren sowie Botschaften, Themen und Inhalte transportieren – all das waren auch in diesem Jahr die Anliegen der Veranstaltung.

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Mit insgesamt mehr als einhundert Gebäudeilluminationen ist das Festival inzwischen zu einem der größten dieser Art weltweit gewachsen. Berlin wird zur Bühne, auf der sich einmal mehr die Welt tummelt und sowohl Eindrücke als auch „Abzüge“ wieder in die Welt hinaustragen. Doch nicht nur historische Orte oder die Wahrzeichen der Stadt wurden illuminiert, sondern auch unbekanntere Straßen, Plätze und Szeneviertel entsprechend inszeniert. Vor den Augen des Betrachters sammelte sich gewissermassen ein Spektrum an Farben und Formen, das ein etwas anderes „Gesamtkunstwerk Berlin“ auf die gedankliche Leinwand projizieren soll.

„The Platz to be“

Mittelpunkt des Geschehens war bereits zum vierten Mal das Quartier Potsdamer Platz als offizielles Festival-Zentrum und selbsternannter „Platz to be“. Die diesjährige Lichtinszenierung stand unter dem Motto „Moderne Kunst neu entdecken“ wobei die beteiligten Künstler Inspiration in der umliegenden Kunst- und Museumslandschaft fanden. Herzstück der visuellen Komposition vor Ort waren die „Collagen-Projektionen” auf dem Kollhoff-Tower und dem Piano-Haus. Ein weiteres, im wahrsten Sinne des Wortes, „Highlight“ war die Lichtkunst der französischen Künstlergruppe TILT, bei deren „Herbum Follum“ die Spitzen bis zu 8 Meter hoher Grashalme in der Nacht rot glühten – laut Künstlern um „einen neuen Blickwinkel auf Alltägliches zu lenken“. Die Liebe zum Licht hat sogar das vor Ort ansässige Legoland Discovery Centre dazu inspiriert, dessen dauerhafte Ausstellung MINILAND in ähnlich filigrane Lichtkompositionen zu tauchen und so hat also selbst das LEGO-Berlin im Kleinformat eine ungeahnte Strahlkraft entwickelt.

Eine weitere elementare Komponente – im Stadtbild wie im Festivalprogramm gleichermaßen – war das Brandenburger Tor. Unter dem Motto „City Life –City Lights“ wurde auf künstlerische Art und Weise das Stadtleben in der Weltmetropole Berlin thematisiert. Mittels Videomapping entstand eine Art „Architekturballet“ welches nicht nur das Bauwerk selbst scheinbar zum Leben erweckte, sondern auch die Menschen vor Ort beinahe unaufhörlich zwischen ihren Rollen als Betrachter oder aber Bestandteil der Szenerie hin und her wechseln ließ.

Dimensionen der Wahrnehmung

Sogar um eine Dimension erweitert wurde das Spektakel am Berliner Dom mit der Inszenierung „Klangfarben“. Wie sowohl Name als auch Schauplatz bereits vermuten lassen, wurde rund um den Schauplatz eine audio-visuelle Erlebniskulisse geschaffen. Die ohnehin schon beeindruckende Architektur wurde mit Motiven aus der Welt der Musik optisch gewissermassen vertont bzw. spielerisch zum Leben erweckt. Zu einer besonders magischen Nacht wurde der Eröffnungsabend mit dem Konzert-Erlebnis LUMISSIMO: ein nie dagewesene Harmonie aus antiker Orgel und moderner Laserharfe die das filigrane Notenkonstrukt die Toccata von Johann Sebastian Bach nachzeichneten, während mit Saxophon und Stimmfacetten aus Soul, Pop und Gospel akzentuiert wurde. Kurzum: eine Atmosphäre mindestens so imposant wie das Bauwerk selbst.

Es ist beeindruckend zu sehen wie das Festival im Laufe der Jahre gewachsen ist und es ist davon auszugehen, dass das Ende der mit hoher Wahrscheinlichkeit beleuchteten Fahnenstange noch nicht erreicht ist, wenn im nächsten Jahr das zehnjährige Jubiläum ansteht. Bis dahin baden wir noch etwas in den frischen Impressionen und erquicken uns an dem strahlenden Farbspektakel der Natur, umgeben von einer dezenten herbstlichen Klangkulisse: dem Rascheln von prächtigem Laub…

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