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Bahn will eigenes Fernbusangebot massiv ausbauen

Die Deutsche Bahn vervierfacht ihr Fernbusangebot bis Ende 2016.

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Das kann man Kapitulation nennen oder strategische Ausrichtung. Fakt ist, daß die Bahn nunmehr erkannt hat, daß sie nicht gegen den Fernbusmarkt ankämpfen kann, sondern nur von ihm profitieren. Und das geht am besten, wenn sie selbst im großen Stil mitmischt.

Die Deutsche Bahn war schon immer ein großer Player im Fernbusmarkt, auch schon vor dem Fall des Verbotes von Fernbuslinien Anfang 2013. Das hatte, wie auch das Verbot von konkurrierenden Buslinien zu bestehenden Bahnlinien selbst, historische Gründe. Vor allem Fahrten nach West-Berlin wurden damals unter dem Namen „Berlinlinienbus“ durchgeführt.

Die Liberalisierung des Fernbusmarktes ging an der Bahn völlig vorbei, zumindest was das eigene Busangebot anging. Bei den Passagieren merkte die Bahn die neue Konkurrenz dagegen sehr deutlich. Die günstigen Preise für ein Busticket führten dazu, daß viele Passagiere von der Schiene auf die Straße abwanderten. Geschätzte 120 Millionen Euro Verlust bescherten der Bahn die Fernbusse der Konkurrenz.
Doch außer eines Interregio-Express (IRE) zwischen Berlin und Hamburg, der einmal am Tag zu festgelegten Preisen ab 19,90 Euro fährt, fiel den Bahnmanagern nicht viel ein. Weder wurden solche IRE deutschlandweit angeboten, noch wurde das eigene Busangebot ausgeweitet.

Das soll sich nun ändern und zwar massiv. Bis Ende des kommenden Jahres will die Deutsche Bahn ihr Fernbusangebot vervierfachen. Das Angebot soll unter der Marke „Berlinlinienbus“ laufen. Noch hat die Bahn nur einen Anteil von unter 10 Prozent am Fernbusmarkt. Doch das soll sich nun ändern.

Fernbusmarkt in Bewegung

Derweil kommt es im Fernbusmarkt zur weiteren Konzentration auf wenige Anbieter. Der mitunter ruinöse Preiskampf zwang bereits einige Anbieter komplett aufzugeben, andere haben mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen und einige schließen sich mit Konkurrenten zusammen. Zuletzt sorgte der Zusammenschluß von MeinFernbus mit Flixbus für Aufsehen in der Branche. Das neue Unternehmen ist derzeit Marktführer und mit über 500 Bussen täglich auf Deutschlands Straßen unterwegs.

Weitere Veränderungen im Markt der Fernbusse sind nicht ausgeschlossen, sondern eher wahrscheinlich. Und das erweiterte Angebot von „Berlinlinienbus“ wird für weiteren Druck sorgen.

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