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MS Deutschland in der Bucht von Gibraltar.

Wurde das Schiff zum Schutz vor Gläubigern dorthin verbracht?

Für viele Fernsehzuschauer und Kreuzfahrtfans ist es wohl ein Zustand, den sie so gar nicht begreifen können. Ihre MS Deutschland, das Traumschiff* aus der gleichnamigen ZDF-Fernsehserie, ist pleite. Doch sie werden sich daran gewöhnen müssen, daß die MS Deutschland wohl nie wieder als Traumschiff für herrliche Bilder auf den heimischen Fernseher sorgen wird.
Auch für viele Schauspieler wird das ein großer Verlust sein, war das Drehen der eher leichten Unterhaltungsfilmchen doch verhältnismäßig gut bezahlt, schließlich braucht das ZDF als Empfänger der Rundfunkgebühr nicht aufs Geld schauen. Darüber hinaus waren die Drehs auf der MS Deutschland auch wegen des praktisch bezahlten Urlaubs bei der schauspielernden Zunft sehr beliebt. Damit dürfte es vorerst vorbei sein.

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Insolvenz

Die Reederei Deilmann* mußte Insolvenz anmelden. Der Insolvenzverwalter hat nun das Sagen und es dürfte wohl darauf hinauslaufen, daß die Reederei abgewickelt wird. Bis Ende Januar sind die Gehälter der 280 Mitarbeiter über das Insolvenzgeld des Arbeitsamtes noch gesichert. Danach wird wohl Schluß sein.

Die MS Deutschland soll verkauft werden. Damit wird es in naher Zukunft kein einziges Kreuzfahrtschiff mehr geben, das unter deutscher Flagge über die Weltmeere schippert.

MS Deutschland im Hafen von Travemünde

MS Deutschland im Hafen von Travemünde

Da man davon ausgehen kann, daß sich kein Investor finden wird, der das Schiff mitsamt der Crew und der Schulden übernehmen wird, werden die bereits geplanten und zum Teil von den Passagieren angezahlten Reisen wohl nicht mehr stattfinden. Eigentlich war geplant, daß die MS Deutschland in der Werft in Cadiz technisch überholt wird und dann ab dem 18. Dezember wieder auf Fahrt gehen soll. Daraus wird wohl nichts mehr werden.

Versteigerung in Gibraltar?

Vielmehr deutet im Moment einiges daraufhin, daß das Schiff möglichst schnell verkauft werden soll. Und das ohne, daß der neue Eigner irgendwelche alte Verpflichtungen übernimmt. Dazu paßt, daß die MS Deutschland im Moment in der Bucht von Gibraltar vor Anker gegangen ist, denn in Gibraltar finden auch deshalb viele Schiffsversteigerungen statt, weil die Schiffe hier völlig frei von Altlasten versteigert werden können. Offizielle Verlautbarungen zu den Plänen gibt es zwar noch nicht, doch es sieht danach aus, daß es so auch mit der MS Deutschland geschehen könnte.

Man schätzt, daß eine Versteigerung der MS Deutschland gute 12 Millionen Euro bringen dürfte. Bei der Ausgabe der letzten Anleihe im Dezember 2012 über 50 Millionen Euro ging man noch davon aus, daß das Schiff 100 Mio. US-Dollar Wert sei. Auf die Inhaber dieser Anleihe (ISIN DE000A1RE7V0) kommen deshalb wohl harte Einschnitte zu.

Der Schrottwert des Schiffes liegt bei ca. 5 Millionen Euro. Deshalb kann man wohl davon ausgehen, daß die MS Deutschland auch weiterhin als Kreuzfahrtschiff auf den Meeren der Welt unterwegs sein wird. Nur dann sicherlich mit einem neuen Namen und garantiert nicht mehr unter deutscher Flagge. Damit geht eine Ära in der deutsche Seefahrt unweigerlich zu Ende.

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