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Hätte der BER an anderer Stelle gebaut werden sollen?

Berlins Bürgermeister Müller hält Standort für ungeeignet.

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Der neue Berliner Flughafen BER ist die peinliche Dauerbaustelle schlechthin. Zwar versuchen Stuttgart mit seinem berbuddelten Bahnhof Stuttgart21 und Hamburg mit der Elbphilharmonie alles, um dem BER den Rang in Sachen Inkompetenz abzulaufen, doch der Berliner Flughafen-Neubau toppt bisher alles. Jahrelange Verzögerung der Eröffnung (ein genauer Termin dafür steht immer noch nicht fest), Mehrkosten in Milliarden Höhe, eine nicht funktionierende Brandschutzanlage und Beschwerden der Anwohner wegen Fluglärm und Betriebszeiten sind nur die Spitze des Eisbergs an Problemen.

Optionen für den Neubau

Nicht wenige „Experten“ waren von Anfang an der Meinung, daß der neue Großflughafen für Berlin und Brandenburg besser weit außerhalb der Hauptstadt gebaut werden sollte. Auch die Deutsche Lufthansa und die damals noch aktive Interflug (bevor sie von der Treuhand plattgemacht wurde) sprachen sich aufgrund der schwierigen Genehmigungslage gegen einen stadtnahen Flughafen-Standort aus.

Neben einigen anderen Optionen kamen deshalb vor allem Sperenberg im Süden, Neuhardenberg im Osten und Finow im Norden in die engere Auswahl. Das Raumordnungsverfahren, das im November 1994 endete, empfahl Sperenberg und Jüterbog-Ost als mögliche Standorte für den neuen Flughafen.

Politik setzte sich über Empfehlungen hinweg

Doch die Politik hielt sich nicht an diese Vorgaben. Nach der gescheiterten Länderfusion von Berlin und Brandenburg sprachen sich im Mai 1996 der damalige Bundesverkehrsminister Wissmann (CDU), der damalige Regierende Bürgermeister Diepgen (CDU) und der damalige Brandenburger Ministerpräsident Stolpe (SPD) für den Ausbau von Schönefeld zum neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg-International (BBI) aus.

Das sahen viele Experten als Fehler an. Viele der Probleme, mit denen der BER heute zu kämpfen hat, waren damit bereits damals absehbar und vorprogrammiert.

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Müller sieht Standort als Geburtsfehler

Auch der heutige Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD, Nachfolger von Wowereit) kann sich dieser Erkenntnis nicht verschließen und hält die Wahl des Standorts Schönefeld für den „Geburtsfehler“ des krisengebeutelten Hauptstadtflughafens. Der ehemals in Betracht gezogene Standort Sperenberg, rund 50 Kilometer südlich von Berlin, wäre die bessere Alternative gewesen, so Müller gegenüber dem Focus.

Diese Erkenntnis kommt leider zu spät. Ein nochmaliger Umzug des BER kann man wohl getrost ausschließen. Zumal der neugebaute BER noch nicht einmal eröffnet ist. Zwar ist schon heute absehbar, daß der BER bereits bei der Eröffnung an seine Kapazitätsgrenzen stoßen wird, doch ein weiterer Neubau wird finanziell nicht mehr zu stemmen zu sein. Mit der Entscheidung für Schönefeld als Standort für den BER werden Berlin und Deutschland die nächsten Jahrzehnte leben müssen.

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