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Fahrplanwechsel – das ändert sich ab heute.

Ab dem heutigen Sonntag gilt der Winterfahrplan bei der Bahn und vielen anderen Verkehrsbetrieben.

Zweimal im Jahr werden die Uhren umgestellt, und das nicht von Sommer- auf Normalzeit und wieder zurück. Auch bei den vielen Verkehrsbetrieben hierzulande werden die Frühjahr und im Herbst die Zeiten geändert. Dann gelten entweder der Sommerfahrplan bzw. der Winterfahrplan für die nächsten Monate.

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Busse* und Nahverkehrszüge fahren zu anderen Zeiten, manche Verbindungen haben eine andere Taktung oder fahren gar nicht mehr, weil in den Wintermonaten weniger Nachfrage besteht. Die Passagiere sollten sich deshalb eingehend mit dem neuen Fahrplan beschäftigen, damit sie ab Montag nicht am Bahn- oder Bussteig umsonst warten müssen.

Auch bei der Deutschen Bahn ist das so, und deshalb gilt ab heute ein veränderter Fahrplan. Welche Auswirkungen das auf Züge, Verbindungen und Abfahrtszeiten hat, erfährst du hier.

Ticketpreise bleiben gleich

Die wichtigste Neuerung bei der Deutschen Bahn betrifft die Ticketpreise. Die bleiben im Gegensatz zur früheren Routine in diesem überraschenderweise unverändert. Normalerweise konnte man die Uhr danach stellen (welch passende Metapher), dass zum Fahrplanwechsel Ende Herbst auch die Preise für Bahnfahrkarten steigen. In diesem Jahr ist das nicht so.

Ganz im Gegenteil dazu kann es sogar dazu kommen, dass die Tickets billiger werden. Nämlich dann, wenn das zurecht als zu unzureichend kritisierte Klimapaket der GroKo in Kraft tritt. Dann wird die Mehrwertsteuer auf Fahrkarten gesenkt und damit wird die Fahrt für die Passagiere um rund 10 Prozent günstiger. Wenn Bundesrat und Bundestag schnell arbeiten, könnte das schon ab 01. Januar 2020 der Fall sein.

ICE Deutsche Bahn | Foto: holzijue, pixabay.com, Pixabay License

ICE Deutsche Bahn | Foto: holzijue, pixabay.com, Pixabay License

Mehr Züge, mehr Sitzplätze

Auf den ICE Verbindungen Berlin-Erfurt-München und Berlin-Braunschweig-Frankfurt/Main werden mehr Züge eingesetzt und so ein Stundentakt gewährleistet.

Auch die Hansestadt Hamburg wird häufiger angefahren. Auf der Strecke ins Ruhrgebiet und an den Rhein kommen mehr Züge und Sprinterzüge zum Einsatz. 15 Prozent mehr Angebot ist das Ziel. Von Hamburg nach München soll u.a. auch der neue ICE4 nach und nach mehr Angebot schaffen.

Bis 2025 will die Bahn von derzeit 39 auf 137 ICE4 Züge aufstocken und so im ICE Netz für mehr Kapazität sorgen, weil diese Züge rund 20 Prozent mehr Sitzplätze bieten können. Davon werden auch die länderübergreifenden Strecken Hamburg-Frankfurt/Main-Karlsruhe-Basel-Zürich-Chur und Berlin-Frankfurt/Main-Karlsruhe-Basel-Bern-Interlaken profitieren.

Auch die Intercity-Verbindungen werden aufgestockt. So wird heute die neue IC Verbindung Rostock-Berlin-Dresden mit bis zu 10 Fahrten täglich (ab März sogar bis zu 16 Fahrten) gestartet.

Die Eurocity Verbindung von Berlin nach Warschau soll um 30 Minuten schneller werden als bisher.

Beeinträchtigungen

Natürlich gibt es auch ein paar Wermutstropfen zu beklagen. So wird die ICE Strecke von Mannheim nach Stuttgart vom 10. April bis zum 31. Oktober voll gesperrt. Die Schienen und Weichen werden generalüberholt. Die Züge müssen dementsprechend umgeleitet werden. Das bedeutet längere Fahrtzeiten und weniger Zugverbindungen auf dieser wichtigen Verbindung.

Auch Passagiere, die im hohen Norden unterwegs müssen auf Veränderungen einstellen. So wird der Intercity, der Hamburg mit Kopenhagen verbindet, nicht mehr die Vogelfluglinie nutzen. Statt über Fehmarn zu fahren und die Fähre von Puttgarden nach Rodby zu nutzen, wird der IC für mehrere Jahre einen Umweg über das dänische Festland fahren.
Zeitlich soll das Ganze allerdings nicht viel länger dauern als über die Fähre. Dafür werden jedoch weniger Züge fahren, diese wiederum jedoch mit mehr Kapazität. Insofern dürften die Beeinträchtigungen nicht ganz so gravierend sein. Der Halt in Lübeck wird allerdings entfallen.

Konkurrenz schläft nicht

Auch bei der Konkurrenz der Deutschen Bahn tut sich einiges zum Fahrplanwechsel. Neben geänderten Abfahrtzeiten gibt es auch Änderungen am Angebot.

Flixtrain | Foto: hpgruesen, pixabay.com, Pixabay License

Flixtrain | Foto: hpgruesen, pixabay.com, Pixabay License

So wird Flixtrain*, der zur Zeit einzige Rivale auf der Fernstrecke, ab heute auch in Aachen, Leipzig, Halle (Saale), Erfurt, Gotha, Eisenach und Lutherstadt Wittenberg Halt machen. Zudem soll ein Expresszug zwischen Hamburg und Köln für eine schnelle Verbindung unter 3,5 Stunden sorgen. Außerdem will Flixtrain demnächst auch zwischen Hamburg und Stuttgart der Deutschen Bahn Konkurrenz machen.

Die Nachtzüge der ÖBB laufen bislang super. Die Nachfrage bei den Kunden ist anhaltend hoch, ganz im Gegensatz zur Einschätzung bei der Deutschen Bahn, die sämtliche Nachtverbindungen vor Jahren bereits aufgegeben und der Konkurrenz übergeben hat.

Kein Wunder, dass zusätzliche Verbindungen von den Österreichern aufgenommen werden, zum Teil wiederum in Kooperation mit der Bahn. So auf den neuen Intercity Verbindungen Zürich-Berlin und Zürich-Hamburg. Hier fahren Nacht-IC im Verbund mit ÖBB Nachtzügen.

Ab 19. Januar 2020 gibt es die ÖBB Verbindung Wien-Brüssel, die auch über deutsche Gleise rollt und damit unterwegs an zwölf deutschen Bahnhöfen hält. Ab Mai ist zudem die Verbindung Wien-Berlin geplant.

Fazit

Der heutige Fahrplanwechsel hat also wieder einiges an Neuerungen für die Bahnkunden zu bieten. Dabei ist viel Gutes dabei, nicht zuletzt erwähnt sei dabei die ausgebliebene Fahrpreiserhöhung. Aber auch das vielfach erweitere oder neue Angebot trägt zum positiven Endruck bei.

Es bleibt allerdings noch viel zu tun, will die Bahn ihrer wichtigen Rolle im Kampf gegen Klimawandel vollständig gerecht werden. Die Konkurrenzunternehmen werden zudem für weiteren Druck sorgen.

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