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Werden alle Flüge nach London eingestellt?

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Der Brexit könnte dafür sorgen, daß der Londoner Flughafen Heathrow ziemlich verweist sein wird. Flüge ins Ausland würden dann nicht mehr stattfinden.

Langsam aber sicher laufen die Verhandlungen für den Brexit, den Ausstieg Großbritanniens aus der EU an. Sämtliche Verflechtungen der Briten mit Europa und anderen aufzudröseln und durch neue Abkommen und Vereinbarungen zu ersetzen, das wird eine echte Mammutaufgabe. Deshalb sollte vor allem London dann interessiert sein, die Brexit Verhandlungen schnell und professionell über die Bühne und zum Abschluß zu bringen, damit noch ausreichend Spielraum für die Verhandlungen für die Zeit nach dem Brexit bleibt.

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Doch danach sieht es derzeit überhaupt nicht aus. Die Verhandlungen laufen eher schleppend und viele wichtige Bereiche stehen noch gar nicht auf der Agenda.

Luftverkehr

Großbritannien scheidet im März 2019 aus der EU aus. Entweder sind die Brexit-Verhandlungen bis dahin erfolgreich über die Bühne gegangen und alles verläuft in geordneten Bahnen. Oder durch einen harten Schnitt, weil viele Dinge bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Ende verhandelt wurden. Im Moment sieht alles nach Variante zwei aus.

Viele wichtige Bereiche wurden bislang noch gar auf die Tagesordnung gesetzt. Dazu zählt auch die Luftfahrt zwischen Großbritannien und der EU. Denn mit dem Brexit scheiden die Briten im März 2019 auch aus allen Regelungen zum freien Luftverkehr aus. Gibt es bis zu diesem Zeitpunkt noch keine neue Vereinbarung, dann ruht sämtlicher Luftverkehr zwischen Großbritannien und der EU.

Am Flughafen London Heathrow würde es dann ganz still. Einzig Flüge innerhalb von Großbritannien wären dann noch möglich. Das mit 77 Millionen Passagieren pro Jahr zur Zeit größte europäische Luftdrehkreuz, das zudem besondere Bedeutung für die Flüge über den Atlantik nach Amerika hat, würde über Nacht praktisch zu einem Regionalflughafen. Mit dem Brexit würde wieder der begrenzte Marktzugang aus dem 1970er Jahren gelten. Das wäre die Steinzeit am Himmel.

Darunter würden vor allem die britischen Airlines leiden, aber auch andere europäische Airlines, bei denen man das zunächst gar nicht vermuten würde, so Aer Lingus, Iberia und Vueling. Diese Fluggesellschaften gehören zur International Airlines Group (IAG). Die IAG ist neben British Airways auch die Holding für die drei genannten Airlines. Damit könnten sich diese Airlines nicht mehr auf den freien Marktzugang berufen und von Großbritannien nicht mehr in die EU fliegen. Es könnte aufgrund der Nationalitäten der Anteilseigner-Mehrheiten sogar dazu kommen, daß IAG die europäische Betriebserlaubnis (AOC) verliert.

Für Easyjet käme es sogar noch schlimmer, da man nur mit einer britischen Betriebserlaubnis operiert. Flüge innerhalb Europas wären nach dem Brexit unmöglich. Easyjet dürfte nur noch innerhalb Großbritanniens fliegen.
Um das zu umgehen, bemüht sich die Easyjet-Führung bereits um eine zusätzliche Betriebserlaubnis in einem EU-Land. Ob das jedoch so einfach möglich ist, darüber streiten die Gelehrten.

Flagge Großbritannien | Foto: Nerivill, pixabay.com, CC0 Public Domain

Flagge Großbritannien | Foto: Nerivill, pixabay.com, CC0 Public Domain

Neben den Flügen in die EU wären ab März 2019 auch keine Flüge mehr von Großbritannien in die USA möglich. Um das zu ändern, müßten Trump und May rasch ein bilaterales Abkommen abschließen. Dies könnte sogar noch fristgerecht klappen, die Passagiere kämen dann jedoch von London nicht mehr weiter, denn Flüge in die EU wären aus Großbritannien heraus ja nicht möglich. Insofern hätte das bilaterale Abkommen nur Bedeutung für den direkten USA-GB-Flugverkehr.

Selbst vermeintlich unbeteiligte Fluggesellschaften, wie Lufthansa und Air France werden den Brexit zu spüren bekommen. Flüge aus der EU nach Großbritannien wären auf einen Schlag nicht mehr möglich. Das würde sofort für spürbare Umsatzeinbrüche sorgen. Allerdings dürfte es langfristig für diese Airlines auszahlen, werden doch viele internationale Umsteiger, die bislang mit den IAG Airlines über Heathrow geflogen sind, auf Lufthansa und Co. ausweichen, wenn sie in die EU weiter wollen.

Lösung muß schnell gefunden werden

Um dieses Horrorszenario zu verhindern, muß jetzt schnell gehandelt werden. Airlines planen mit einer Frist von mindestens 1 Jahr im Voraus, oftmals beginnen die Planungen für den neuen Flugplan bereits 18 Monate vorher. Das bedeutet bis März 2018 müßte allerspätestens eine Lösung gefunden sein, besser wäre Weihnachten 2017.

Daß dies gelingt, daran glaubt bislang niemand. Der Luftverkehr steht nicht mal auf der Tagesordnung für die kommenden Verhandlungen. Als erstes will man in Brüssel die künftigen Rechte der EU-Bürger in Großbritannien und die finanziellen Verpflichtungen Londons mit den Briten verhandeln.

Wie lange das dauern wird und was danach auf die Agenda kommt, weiß heute niemand. Nur eines steht bereits heute fest: Neben der Finanzindustrie wird der Brexit vor allem in der Luftfahrtbranche für Milliardenverluste sorgen.


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