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Ryanair schließt deutsche Standorte

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Streit mit der Gewerkschaft führt zur Schließung von Frankfurt-Hahn. Andere Standorte könnten folgen.

Airline Boss Michael O’Leary hat bekanntermaßen eine Allergie gegen allzu viel Einfluss von Gewerkschaften. Das wurde in der Vergangenheit immer wieder deutlich und das zeigt sich nun wieder im Umgang mit Forderungen der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Statt auf die Forderungen einzugehen oder zumindest einen Kompromiss zu suchen, macht O’Leary einfach deutsche Niederlassungen seiner Airline Ryanair dicht.

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VC hatte einer Vereinbarung über Gehaltskürzungen in der Corona Krise nicht zugestimmt. Die Gewerkschaft hatte das Gefühl von Ryanair übervorteilt zu werden, denn die Vereinbarung hätte einen Gehaltsverzicht bis zum Jahr 2024 vorgesehen. Die enthaltene Beschäftigungszusage hätte jedoch nur bis zum März 2021 gegolten. Darauf wollte sich die Mehrheit der Mitglieder von Vereinigung Cockpit mit knapper Mehrheit nicht einlassen.

Ryanair macht deshalb nun kurzen Prozess und schließt deutsche Standorte der Airline. Der Personalchef von Ryanair, Shane Carty erklärte dazu süffisant:

Die VC hat für Stellenstreichungen und Basisschließungen gestimmt, dabei hätte sie alle Jobs sichern können. Es ist bizarr, dass die Gewerkschaft gegen den von ihr selbst geschlossenen Deal Stimmung gemacht hat.

Ryanair Flugzeuge

Ryanair Flugzeuge

Standort Schließungen

Als erste Konsequenz hat Ryanair nun die Schließung des Standortes Frankfurt-Hahn zum 01. November 2020 bekanntgegeben. Alle Mitarbeiten vor Ort sollen noch in dieser Woche ihre Kündigungen erhalten. Rund 170 Piloten werden deshalb voraussichtlich ihren Job verlieren. Ein heftiger Schritt von Ryanair, war Frankfurt Hahn doch einmal die größte deutsche Basis der irischen Billigairline.

Auch für den Flughafen selbst dürfte diese Entscheidung eine wahre Hiobsbotschaft sein, ist Ryanair doch größte Anbieter im Passagierverkehr. Ab dem 01. November dürfte Frankfurt-Hahn verstärkt in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Schon in der Vergangenheit sah es nicht so rosig aus, nun dürften die Zeiten noch schwieriger werden.

Doch Frankfurt-Hahn ist wohl nicht der einzige Standort von Ryanair in Deutschland, der Federn lassen muss. Auch Berlin Tegel und Düsseldorf müssen zittern. Auch diesen beiden Standorten droht die Schließung noch vor dem Winter. Außerdem sollen die Cockpitbesatzungen in Frankfurt, Berlin und Köln ausgedünnt werden.

Fazit

Halbe Sachen macht O’Leary bekanntermaßen nicht. Es bleibt deshalb abzuwarten, ob und wie die durch die Standort-Schließungen wegfallenden Kapazitäten von anderen Ryanair Standorten aufgefangen werden. Oder ob Billigflüge mit Ryanair von Frankfurt Hahn und Berlin Tegel in Zukunft gar nicht mehr stattfinden werden. Auch das ist nicht ausgeschlossen. Im Zweifel werden wohl einfach Maschinen der neuen Tochterairline Malta Air ersetzt.

Ryanair macht lieber Standorte und Verbindungen dicht, als sich von den Gewerkschaften die Bedingungen diktieren zu lassen. Das mussten die Piloten bei Ryanair und deren Töchterairlines auch schon in Österreich, Irland und Malta erkennen und ließen sich deshalb auf eine 20-prozentige Gehaltskürzung ein.
Eine große Wahl haben sie angesichts der weltweiten Krise in der Luftfahrt wohl auch gar nicht, wenn sie weiterhin ihren Job über den Wolken ausführen wollen.

UPDATE (28.07.2020):

Offenbar konnte O’Leary sich gegen die Gewerkschaft durchsetzen. Die Piloten verzichten nun doch auf einen Teil ihres Lohns. Dafür will Ryanair die Schließung der deutschen Standorte Frankfurt Hahn, Berlin und Düsseldorf Weeze noch einmal überdenken. Damit könnte die dort stationierten Flugzeuge vorerst am Standort verbleiben.

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