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Ab 2013 Linien-Fernbusse auch in Deutschland

Fernbus-Verkehr wird endlich genehmigt.

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Nach 70 Jahren sollen endlich alle Beschränkungen für einen freien Fernbusverkehr in Deutschland fallen. Ab dem kommenden Jahr dürfen ohne Beschränkungen überall Buslinien eingeführt werden. Auch als Konkurrenz zur Bahn oder mit anderen Busunternehmen. Darauf hat sich jetzt das Bundeskabinett geeinigt. Die Verbraucher wird es freuen.

Hierzulande gibt es keinen ernstzunehmenden Linien-Fernbusverkehr. In anderen Ländern sieht es da ganz anders aus. So verfügen beispielsweise die USA über ein sehr engmaschiges Buslinien-Netz, das Städte und Regionen auch über sehr lange Strecken miteinander verbindet. Und das gegenüber der Bahn oder dem Flugzeug zu konkurrenzlos günstigen Preisen.

Umweltverbände weisen schon seit langer Zeit daraufhin, daß der Bus auch das umweltfreundlichste Verkehrsmittel ist, trotzdem dümpelt der Fernbus-Verkehr in Deutschland vor sich hin. Die Gründe dafür liegen lange zurück. Beim Ausbau der Eisenbahn in den 1930er Jahren sollte billige Konkurrenz verhindert werden. So wurde ein Personenbeförderungsgesetz geschaffen, das teilweise heute noch gilt. Dieses Gesetz besagt, daß Fernbuslinien grundsätzlich einer Genehmigung bedürfen, denn Fernbuslinien dürfen nicht parallel zu einer Eisenbahnlinie verlaufen und dieser Konkurrenz machen. Das war und ist ein großer Hemmschuh für den Busverkehr. Nur vereinzelte Fernbuslinien ins eingemauerte Berlin, die zum Teil heute noch existieren, und Touristikreisen wurden deshalb genehmigt.

Die Bahn beruft sich noch heute auf das Gesetz aus dem letzten Jahrhundert und versuchte bisher alles, um sich unliebsame Konkurrenz vom Hals zu halten. So wurde bspw. das Startup „DeinBus“ mit rechtlichen Schritten überzogen. Ein konkurrenzfähiges Fernbussystem in Deutschland zu etablieren, ist deshalb bis heute nicht gelungen. Obwohl die Deutsche Bahn AG inzwischen selbst zum größten Busanbieter in Deutschland geworden ist.

Ab dem kommenden Jahr soll, das anders werden. Zwar gelten weiterhin Beschränkungen, so dürfen zum Schutz des öffentlich geförderten Nahverkehrs  Strecken unter 50 km Länge und weniger als eine Stunde Reisezeit nicht angeboten werden, doch der Markt dürfte sich massiv ändern. Die Fahrpreise im Bus werden deutlich unter denen der vergleichbaren Zugverbindung liegen. Und viele Menschen werden die umstiegsfreien Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zu schätzen wissen. Die Bahn wird deshalb reagieren müssen. Die autistische Fixierung auf den Fernverkehr und den Bau von immer noch mehr kostspieligen Hochgeschwindigkeitsstrecken zum Nachteil des Nahverkehrs in der Fläche wird wohl nun endlich auf den Prüfstand kommen müssen.

Quellen: Informelles, SpOn

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