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Berlin lockert Regelung für Ferienwohnungen wieder

Deshalb wird es bald wieder einfacher, Wohnungen über airbnb und Co. für Touristen anzubieten.

Es ist noch gar nicht allzu lange her, da gehörte es fast schon zum guten Ton, bei einem Besuch in der Hauptstadt in einer privaten Wohnung bzw. Ferienwohnung zu wohnen. Trotz des bereits sehr dichten Angebotes an Hotels in Berlin, es werden immer noch neue Häuser geplant und gebaut, erfreuten sich die unzähligen meist privat angebotenen Ferienwohnungen großer Beliebtheit.

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Der wichtigste Grund dafür war natürlich der Preis. Eine Ferienwohnung war meist viel günstiger als eine Übernachtung im Hotel in Berlin*. Außerdem wohnte man nicht nur in einem Zimmer, sondern bekam gleich eine ganze Wohnung mit Küche, Bad und Schlafzimmer zur Nutzung. Und der Umstand, daß man während des Urlaubs praktisch unter den „normalen“ Berlinern wohnte, machte die Ferienwohnungen zusätzlich interessant.

Für die Vermieter war die Nutzung der Wohnung als Ferienwohnung viel lukrativer als sie dauerhaft an Berliner zu vermieten. War so doch oftmals ein Vielfaches der normalen Vergleichsmiete zu erzielen, selbst wenn die Wohnung nicht zu 100 % ausgebucht war.

Ende der Ferienwohnungen

Im Mai 2016 war damit endgültig Schluß. Berlin schränkte die Ferienwohnungen radikal ein. Auch zahlreiche Klagen konnten daran nichts ändern, die Ferienwohnungen blieben verboten.

Offizieller Grund für diesen massiven Eingriff in den Berlin Tourismus war die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt. Während immer mehr Berliner und Neu-Berliner Probleme hatten, eine adäquate Wohnung zu finden, wurden viele Unterkünfte dem Wohnungsmarkt vorenthalten, weil sie als Ferienwohnungen genutzt wurden.

Kritiker können dieser Argumentation nur wenig abgewinnen, stellt die vergleichsweise geringe Anzahl der ehemaligen Ferienwohnungen, die nun wieder als normale Wohnung dem Markt zur Verfügung stehen, nur einen Tropfen auf den heißen Stein dar. Die Wohnungsnot in Berlin wurde dadurch nicht spürbar gelindert. Am Ende wird wohl auch Fünkchen Wahrheit am Vorwurf sein, daß die Hotelbranche dem Treiben mit den Ferienwohnungen einen Riegel vorschieben wollte, da die Luft im Bereich Hotelauslastungen durch immer mehr Kapazitäten immer dünner wird.

Überblick über Berlin Mitte

Überblick über Berlin Mitte

Regellockerung

Nun macht das Berliner Abgeordnetenhaus eine kleine Rolle rückwärts. Künftig wird es für Privatleute wieder leichter, ihre Wohnung an Feriengäste zu vermieten. Das sogenannte Zweckentfremdungsverbot für Wohnraum wurde gelockert, gleichzeitig wurden die Regeln für die kommerzielle Vermietung verschärft. Das tritt am 01. Mai 2018 in Kraft.

Ganz frei, wie früher dürfen die Wohnungen künftig allerdings nicht mehr bei airbnb und Co. angeboten werden. In zwei Fällen ist die Vermietung aber nun wieder möglich:

  • Die Hauptwohnung dürfen Privatleute ohne zeitliche Einschränkung weitervermieten, solange der Charakter als Hauptwohnung nicht angetastet wird.
  • Eine Zweitwohnung darf an bis zu 90 Tagen im Jahr weitervermietet werden, wenn der privaten Besitzer keine Hauptwohnung oder weitere Nebenwohnungen in Berlin haben.

Das klingt ziemlich nach Beamtendeutsch und ist genauso kompliziert. Zudem müssen sich die Vermieter beim Bezirksamt registrieren und eine Genehmigung für die Vermietung einholen. In der Regel müssen die Ämter die Genehmigung aber erteilen, wenn es sich um die Hauptwohnung handelt.

Regelverschärfung

Gleichzeitig zu der Lockerung für die Vermietung von Ferienwohnungen durch Privatleute gibt es für kommerzielle Vermieter ein ordentliche Verschärfung. Um Spekulationen mit Wohnraum einzuschränken, wird am 01. Mai 2018 jede andere Art der Zweckentfremdung von Wohnraum eingeschränkt.

Demnach müssen Vermieter, die ihre Wohnung leerstehen lassen, nach 3 Monaten mit einem Bußgeld bis zu 5.000 EUR rechnen. Bisher war dies erst nach 6 Monaten der Fall. Außerdem muß jeder, der Wohnraum abreißen läßt, im gleichen Bezirk neuen Wohnraum zu gleichen Mietpreisen schaffen. Dies dürfte einigen Spekulanten nicht schmecken, und ist deshalb um so mehr zu begrüßen.

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